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Top 10 Bergwerke in den USA

Die Vereinigten Staaten haben eine der abwechslungsreichsten Bergbaugeschichten der Welt: Goldrausch, Kupfer-Giganten, Kohlengruben mit Dauerfeuer und die Überreste von Industrie-Städten, die mit einem Rohstoff lebten und mit ihm starben. Das US-Bergbauerbe spannt sich von der California Mother Lode bis zu den Appalachian Coalfields.

1. Bingham Canyon, Utah (Rio Tinto Kennecott)

Bingham Canyon ist der größte von Menschen geschaffene Tagebau der Welt: 4 Kilometer breit, 1,2 Kilometer tief. Kupfer, Gold, Silber, Molybdän, Tagebau, aktiv seit 1906, Betreiber: Rio Tinto (Kennecott Utah Copper). Der Tagebau ist von der Internationalen Raumstation sichtbar; jährliche Produktion: ca. 200.000 Tonnen Kupfer. Das Bingham Canyon Mine Visitors Center bietet Blicke auf die Grube; ein Erdrutsch 2013 (der zweitgrößte nicht-vulkanische Erdrutsch der Geschichte) warf den Betrieb kurzfristig zurück.

2. Berkeley Pit, Butte (Montana)

Die Berkeley Pit in Butte ist ein ehemaliger Kupfer-Tagebau, der sich seit 1982 mit giftigem Grubenwasser füllt: pH-Wert 2,5, hohe Schwermetallkonzentrationen. Kupfer, Molybdän, Tagebau, aktiv 1955–1982, Betreiber bis Schließung: Atlantic Richfield/ARCO. Butte war Anfang des 20. Jahrhunderts eine der bevölkerungsreichsten Städte des Westens; die Anaconda Copper Mining Company dominierte Wirtschaft und Politik Montanas. Das Besucherzentrum am Rand der Pit ist zugänglich; der giftige See ist ein EPA-Superfund-Standort.

3. Quincy Mine, Hancock (Michigan)

Die Quincy Mine auf der Keweenaw-Halbinsel ist eine der besterhaltenen historischen Kupferminen Nordamerikas. Kupfer (Gediegenkupfer), Untertage, aktiv 1846–1945, heute National Historic Site. Die Keweenaw-Halbinsel war im 19. Jahrhundert der weltweit führende Kupferproduzent; das Gediegenkupfer (native copper) lag in reinen Nuggets im Basalt. Das Museum und die Grubenbahn-Tour in die Strecken sind herausragend; die Dampfmaschine der Quincy Mine (Nr. 2 Shaft-Rockhouse) steht noch im Original.

4. Sloss Furnaces, Birmingham (Alabama)

Sloss Furnaces ist ein historisches Hochofenwerk für Roheisen aus Alabama-Eisenerz (Kalk+Kohle+Eisenerz); aktiv 1882–1971, seit 1977 National Historic Landmark. Eisen, Hochofen, heute Museum und Veranstaltungsort. Birmingham war einst das "Pittsburgh des Südens"; die Sloss Furnaces sind die besterhaltenen historischen Hochöfen der USA und bieten Selbstführungen durch die imposante Industrieanlage.

5. Climax Molybdänmine, Climax (Colorado)

Climax war die erste und lange Zeit die größte Molybdänmine der Welt. Molybdän, Untertage und Tagebau, aktiv 1918–2015 (mit Unterbrechungen), Betreiber: Climax Molybdenum/Freeport-McMoRan. Molybdän ist ein kritischer Stahl-Zusatz für Hochleistungslegierungen; Climax deckte zeitweise 90 Prozent des Weltbedarfs. Das Colorado Mountain History Museum in Leadville zeigt die Geschichte; die Grube liegt in 3.500 Meter Höhe.

6. Carlsbad Kali (New Mexico)

Das Carlsbad Potash District in New Mexico ist eines der produktivsten Kali-Bergwerke der USA. Kali (Sylvit), Untertage, aktiv seit 1931. Das US-amerikanische Kalivorkommen im Permian Basin versorgt einen erheblichen Teil des nationalen Düngemittelmarktes. Das Museum in Carlsbad und das Kali-Bergbau-Center in Hobbs zeigen die Geschichte.

7. Copper Queen Mine und Bisbee (Arizona)

Bisbee, Arizona, war eines der bedeutendsten Bergbauzentren des frühen 20. Jahrhunderts; die Copper Queen Mine (Phelps Dodge, 1875–1975) produzierte über 8 Milliarden Pfund Kupfer. Kupfer, Untertage, aktiv bis 1975, heute Besuchermine. Die Copper Queen Mine Tour führt in originale Strecken; Bisbee ist eine der besterhaltenen Mining-Städte des amerikanischen Westens.

8. Sutter's Mill, Coloma (Kalifornien)

Sutter's Mill ist der historische Ausgangspunkt des California Gold Rush: James Marshalls Goldfund am 24. Januar 1848 veränderte die Geschichte Nordamerikas. Gold, Alluvial- und Quarz-Untertageabbau, aktiv 1848–1852 (erste Welle). Das Marshall Gold Discovery State Historic Park in Coloma zeigt die rekonstruierte Sägemühle, ein Museum und Goldwasch-Demonstrationen; die Calaveras-Goldfelder des Mother Lode Country sind über den Highway 49 erschlossen.

9. Calumet and Hecla, Calumet (Michigan)

Calumet (Copper Country) auf der Keweenaw-Halbinsel ist ein National Historical Park: Das Calumet and Hecla-Minengelände zeigt die Überreste der Industrieanlage und die Arbeiterbauarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts. Kupfer, Untertage, aktiv 1866–1968. Das Italianate-Verwaltungsgebäude, der Shafte-Komplex und die finnisch-slawisch-kroatisch-cornische Einwanderer-Architektur sind außergewöhnlich gut erhalten.

10. Centralia Coal Mine Fire (Pennsylvania)

Centralia ist eine fast aufgegebene Bergbaugemeinde, unter der seit 1962 ein Kohleflöz unkontrolliert brennt. Kohle, Untertagenmine, aktiv 19. Jahrhundert–1962 (Brand), weitgehend evakuiert 1992. Aus dem Boden steigen Rauch und CO₂; die Route 61 ist gesperrt und mit Graffiti übersät. Centralia diente als Inspiration für den Horrorfilm-Ort "Silent Hill". Heute leben noch rund 5 Einwohner; die Kirche und einige Straßen sind noch vorhanden. Das Feuer wird nach Schätzungen noch Jahrhunderte brennen.

Reisen zu US-amerikanischen Bergbaustandorten

Bingham Canyon (Salt Lake City) und Butte (Billings oder Helena) sind per Mietauto erreichbar. Michigan Copper Country (Quincy, Calumet) liegt auf der oberen Halbinsel — ein Schatz des amerikanischen Industrieerbes. Centralia ist von Philadelphia in zwei Stunden erreichbar.

Alle Standorte auf der Karte

Die US-amerikanischen Bergwerke sind auf der interaktiven Karte eingetragen. Die Konzentration in den Mountain West States, Michigan und Appalachia zeigt drei deutlich getrennte Bergbaulandschaften.