Die zehn wichtigsten Bergwerke Belgiens
Belgien war die zweite industrialisierte Nation der Welt — Großbritannien dichtauf gefolgt. Die wallonischen Kohlenreviere lieferten dafür die Energie. Vier ihrer Förderanlagen wurden 2012 unter dem Titel „Major Mining Sites of Wallonia" gemeinsam ins UNESCO-Welterbe aufgenommen. Die folgenden zehn Standorte verdichten die belgische Bergbaugeschichte zu einer Reiseroute.
Bois du Cazier, Marcinelle (UNESCO)
Eine Kohlenzeche, die 1956 nach dem Grubenbrand mit 262 Toten — den meisten italienische Gastarbeiter — geschlossen wurde. Heute ein bewegendes Museum und italienisch-belgisches Mahnmal mit eindrucksvoller Erinnerungskultur.
Grand-Hornu (UNESCO)
Ein neoklassizistischer Industriekomplex aus dem frühen 19. Jahrhundert, der die gesamte Arbeitersiedlung um die Mine herum als geschlossene Stadtanlage konzipierte. Bei Cellofan-Bauhaus heute Designzentrum und Museum.
Le Bois-du-Luc (UNESCO)
Eine der ältesten kontinuierlich betriebenen Bergbaugesellschaften der Welt (1685). Das vollständige Bergwerksdorf samt Direktorenhaus, Werkstätten und Arbeiterhäusern ist erhalten.
Blegny-Mine (UNESCO)
Die letzte 1980 geschlossene Steinkohlenzeche Belgiens. Untertage-Führung und originale Pithead-Baths machen sie zur authentischsten Bergmannserfahrung des Landes.
C-Mine, Genk
Eine flämische Kohlenzeche, als Kreativ-Campus mit Theater, Kunsthochschulen und einem unterirdischen Erlebnispfad neu geboren. Modellfall belgischer Industrie-Transformation.
Mijnmuseum Beringen
Das größte erhaltene Bergbau-Erbe Flanderns, mit den ikonischen Zwillings-Fördergerüsten. Im Limburger Kohlerevier gelegen, das zur belgischen Volkswirtschaft beiträgt, wie das Ruhrgebiet zur deutschen.
Domaine de Mariemont
Ein königliches Anwesen mit Museum zur belgischen Industrieperiode, Schwerpunkt Steinkohle. Der schöne Landschaftspark macht den Tag rund.
Espace Arthur Masson, Treignes (Ardennen)
Ein Freilichtmuseum zu Steinkohle und Steinbruch in den Ardennen. Literarisch orientiert auf den belgischen Schriftsteller Arthur Masson.
Marmorbrüche von Rance
Das historische Revier des belgischen Rot-Marmors. Eine eigene, aber verwandte Tradition der Steingewinnung mit eigenen Werkzeugen und Techniken.
Bergbau-Lehrpfad Trooz, Wallonie
Ein kombinierter Bergbau- und Ziegelei-Erbe-Weg in der Region Lüttich. Lehrreich für ein Verständnis der gemischten Industrielandschaft Walloniens.
Reiseplanung
Die wallonischen Standorte liegen entlang einer Achse zwischen Mons (Bois du Cazier, Grand-Hornu, Bois-du-Luc) und Lüttich (Blegny). Drei Tage genügen für die vier UNESCO-Stätten; eine Woche umfasst auch das flämische Limburg.
Weiter entdecken
Alle genannten Standorte finden Sie auf der interaktiven Karte — mit Öffnungszeiten und Hinweisen zur Barrierefreiheit.